Die sechs Fokusthemen

Ressourcenmanagement

Die Versicherungsbranche zählt nicht zur Industrie und verbraucht vergleichsweise wenig Ressourcen.  Im Ressourcenmanagement bestehen für Unternehmen insbesondere Ansatzpunkte zur Reduktion von Energie- und Materialverbrauch sowie betriebsbedingten Emissionen. 

Einige Versicherer haben bereits Fortschritte gemacht, indem sie verstärkt erneuerbare Energien einsetzen und Prozesse digitalisieren. Die Digitalisierung bietet dabei Potenzial für Effizienzgewinne und Papierersparnis, erfordert jedoch auch mehr Rechenleistung. Dies führt zu einem erhöhten Energie- und Wasserverbrauch in leistungsstarken Rechenzentren. Deshalb muss die Digitalisierung in eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet sein, um mögliche Ressourcenverbräuche ganzheitlich zu berücksichtigen und Verlagerungseffekte einzubeziehen.

Im Fokus der Analyse stehen insbesondere der Einsatz erneuerbarer Energien, die Reduktion von Abfall, der CO2-Fußabdruck, sowie der Verbrauch von Wasser, Energie und Papier. Auch die Gestaltung von Dienstreisen kann zur Reduktion betriebsbedingter Emissionen beitragen. 

Arbeitgeberverantwortung

Auch als Arbeitgeber können Versicherungsunternehmen eine zentrale Rolle im nachhaltigen Wandel spielen. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Mitarbeiterzufriedenheit, attraktive Arbeitsbedingungen und die soziale Verantwortung als Arbeitgeber. Weitere relevante Aspekte sind Maßnahmen zur Integration, Inklusion und Chancengleichheit im Arbeitsumfeld

Solche Maßnahmen können zur sozialen Qualität und langfristigen Entwicklung des Arbeitsfelds beitragen.

Im Fokus der Analyse stehen die Aspekte der Förderung von Auszubildenden, die Gleichstellung der Geschlechter sowie geschlechtergerechte Karrieremöglichkeiten, die Gesundheitsförderung und inklusive Arbeitsbedingungen. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der Unterstützung nachhaltiger Arbeitswege, etwa durch die Förderung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder emissionsarmen Mobilitätslösungen.


 

Gesellschaftliches Engagement

Gesellschaftliches Engagement kann ein Bestandteil der Nachhaltigkeitsaktivitäten von Versicherungsunternehmen sein. Dabei können Unternehmen finanzielle Mittel, personelle Ressourcen oder Kooperationen für soziale und ökologische Initiativen einsetzen.

Im Fokus der Analyse stehen die durchgeführten oder unterstützten Initiativen und Projekte sowie die Spendenquote. Berücksichtigt wird zudem, nach welchen Kriterien Projekte ausgewählt werden, wie deren Umsetzung begleitet wird und ob Mitarbeitende für gesellschaftliches Engagement freigestellt werden.

Investment

Im Fokusthema Investment wird bewertet, wie Versicherer ökologische, soziale und Governance-bezogene Aspekte in ihrer Kapitalanlage berücksichtigen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Ausgestaltung der Anlagestrategie, die Einbindung von Nachhaltigkeitskriterien in Investitionsentscheidungen sowie die Überprüfung der Kapitalanlage.

Berücksichtigt werden insbesondere Anlagestrategien, die Überprüfung der Kapitalanlage und des Asset Managements, taxonomiebezogene Angaben sowie Ausschlusskriterien für Unternehmen und Staaten. Bewertet wird, ob und wie entsprechende Kriterien, Standards und Prüfmechanismen im Anlageprozess verankert sind. Dazu gehören Ausschlusskriterien, etwa für Investitionen in Staaten oder Unternehmen, die gegen internationale Standards und Richtlinien verstoßen oder aus emissionsintensiven Branchen stammen sowie die Ausrichtung der Kapitalanlagen an die EU-Taxonomie. Darüber hinaus wird überprüft, ob neben Ausschlusskriterien andere strategische Ansätze verfolgt werden wie beispielsweise ein aktives Engagement mit investierten Unternehmen und wie die Überprüfung der Umsetzung der Kapitalanlagestrategie und Zielsetzungen durch das Assetmanagement im Unternehmen erfolgt.Investitionen, die ökonomische und soziale Faktoren berücksichtigen, ermöglichen es Versicherern, nicht nur die Interessen ihrer Kunden zu schützen, sondern auch aktiv zum Klimaschutz und sozialen Fortschritt beizutragen.

Wandel und Innovation

Die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsaspekten erfordert in Unternehmen weitreichende Transformationsprozesse. 
Um eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie umzusetzen, können interne Strukturen und 
Prozesse neu ausgerichtet werden. Dazu gehört die Einbindung der Mitarbeiter und des Vertriebs als bedeutende Multiplikatoren von Verhaltensweisen und nachhaltigkeitsbezogener Beratung Auch das Engagement in Nachhaltigkeitsinitiativen ist eine Möglichkeit. Kontinuierliche Anpassungen können die Umsetzung langfristiger Transformationsziele unterstützen.

Die Förderung von Innovation und die Weiterentwicklung betrieblicher Abläufe können wichtige Bestandteile der unternehmerischen Transformation sein.

Im Fokusthema Wandel und Innovation werden untersucht: die Verknüpfung der Vergütungsstruktur mit Nachhaltigkeitszielen, ein effektives Treibhausgasmanagement und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Lieferkette. Zudem finden die Einbindung von Ressourcensparmaßnahmen im eigenen Gebäudemanagement sowie Ansätze in der Verwaltung des Immobilienportfolios Betrachtung.

Produkte

Versicherungsprodukte können Nachhaltigkeitsaspekte unter anderem über ihre Leistungsmerkmale, Kapitalanlageausrichtung oder Anreizstrukturen berücksichtigen. Durch Produktmerkmale mit ökologischen und sozialen Bezügen können Versicherer nicht nur Einfluss auf das Verhalten ihrer Kunden nehmen, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien bei der Anlage der Kundengelder berücksichtigen.

Einzelne Versicherungsprodukte können beispielsweise Anreize für bestimmte ressourcen- oder emissionsbezogene Verhaltensweisen setzen, indem sie Vergünstigungen oder günstigere Prämien für ein definiertes Verhalten einräumen oder höhere Entschädigungssummen bei der Wahl von Ersatzlösungen, die soziale und ökologische Kriterien berücksichtigen, nach Schäden leisten. 

Im Fokusthema „Produkte“ werden nachhaltigkeitsbezogene Aspekte der Lebens-, Kranken- und Sachversicherungen untersucht. Diese beinhalten beispielsweise Kriterien zur Förderung von bewusstem Konsumverhalten oder die Integration von ESG-Kriterien in die Produktentwicklung.